Weltkarte


Weltreise auf einer größeren Karte anzeigen

Mittwoch, 8. Februar 2012

"klein Russland"-Mui Ne und Dalat


Nach unserem Besuch im War Museum ging es direkt weiter in den kleinen Fischerort Mui Ne.  Dort angekommen, wurden wir von einem Rollerfahrer in ein kleines und guenstiges Gasthaus gefahren. Die Zimmer waren schoen aber ohne Waschbecken,  naja man kann ja nicht alles haben. Da es schon Abend war, machten wir uns auf den Weg ins Dorf und waren etwas erschrocken, als wir sahen, was und wieviel die hier aus dem Meer holen. Kleine Haie, Rochen, Krabben, Krebse, diverse Arten von Schnecken und noch viel mehr Arten an Muscheln, Schildkroeten (!), Froesche und Kroeten, sowie grosse und kleine Tintenfische bzw. Calamaris, alles natuerlich in total uebertriebenen Mengen. Da wird gefischt was das Meer hergibt, ob man’s verkaufen kann oder nicht Hauptsache man hat's in seinem Schauaquarium :-( Nicht zu vergessen die Schlangen, wobei die Kroenung eine bestimmt 5 Meter lange Phyton war. Wer will sowas Essen?! Wahrscheinlich die zu 97% russischen Touristen, dank denen wir teilweise nicht mal die Speisekarte lesen konnten, da sie nur auf kyrillisch geschrieben war.

Am naechsten Tag mieteten wir uns einen Roller, mit dem wir das Umland erkundeten. Da es hier nicht viel zu sehen gibt, endeckten wir nur einen schoenen Strandabschnitt mit vielen Felsen, auf denen wir etwas herumgeklettert sind, da der Strand an sich nicht besonders war bzw. war eher fuer Surfer, da die Wellen einem wahrscheinlich die Klamotten vom Leib reissen wuerden.

 
 

Auf dem Rueckweg machten wir einen kleinen  Abstecher ins eigentliche Fischerdorf. In der Bucht lagen ca. 160 grosse Kutter und dazu gesellten sich noch etwa 80 grosse "Nussschalen".

 
 

Wir gingen von der Strasse runter ans Meer und standen im Friedhof der Meerestiere! So viele intakte und kaputte Schneckenhaeuser, teilweise noch mit Schnecke oder Einsiedlerkrebs drin und unzaehlige Muscheln! Eigentlich war kaum noch Sand zu sehen (ok, vielleicht etwas uebertrieben aber es kommt dem schon nahe), denn alles war voll mit Resten der Krustentiere :-( Da  braucht man sich nicht wundern, dass man beim Tauchen nicht allzuviele davon sieht! Aber Vietnamesen verstehen nicht, das wenn die so weiter machen irgendwann nichts mehr davon da ist, sicherlich ist es ihnen auch egal, denn es bringt Geld.


 
Am Abend haben wir mit zwei bayrischen Maedels, die wir in unserem Gasthaus kennengelernt haben, eine Sightseeing Tour fuer morgen Nachmittag gebucht und sind dann noch lecker Essen gegangen.
Gegen 14 Uhr am naechsten Tag gings los mit unserer Tour. Wir wurden mit einem Jeep als erstes zum „Fairy Stream“ gefahren, welcher gut getarnt mitten im Ort lag.
Anfangs laueft man durch einen kleinen, knoecheltiefen Bach mit braunem Wasser. Doch nach ca 2 Minuten laufen, steht man in einem kleinen Sandstein Canyon. Das braune Bachwasser ergaenzt sich perfekt mit den gruenen Pflanzen und dem erst weissen und dann roten Sandstein zum blauen Himmel und sieht einfach wunderschoen aus! Da man dauerhaft durch den Bach laeuft, ist es auch immer schoen erfrischend und wir haetten noch ewig weiter laufen koennen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Nach ca. 20 Minuten mussten wir umkehren, da wir weiter zu den „weissen Duenen“ wollten. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Fischerdorf, das die bayrischen Maedels Anna und Evelyn auch nicht schoen fanden, gings weiter zu den Duenen. Dort mieteten wir uns jeder ein Stueck Plastik mit Schnur vorne dran, mit dem man die hohen Sandduenen runter fahren konnte. Bei der ersten Duene waren wir alle sehr flott unterwegs und alle machten Bekanntschaft mit dem Sandboden. Jess wollte wohl Strauss spielen und war etwas genervt, da sie nun auch Sand in den Haaren und Ohren hatte ;-) Wir probierten es an anderen, hoeheren Duenen nocheinmal aber diesesmal waren wir recht langsam und es macht dann nicht soviel Spass aber es verringert das Verletzungsrisiko.

 
 
 
 
 

Da das Hochlaufen extrem anstrengend ist und viel Zeit braucht, beliessen wir es bei den drei Partien und fuhren weiter zu den „Roten Duenen“, um den Sonnenuntergang anzuschauen, dieser war nicht besonders,


dafuer hatten wir Spass dabei einem Paragliding-Schueler bei seinen erfolglosen ersten Flugversuchen zuzuschauen (Schadensfreude ist doch manchmal einfach toll und ein bisschen haben wir schon mitgefuehlt). Zurueck im Gasthaus sassen wir auf der Terrasse, als zwei weitere Deutsche (Jochen und Peer, Link zu deren Blog siehe rechts) mit ihren Motorraedern eintrafen und ein Zimmer suchten. Kurz darauf kam ein spanischen Paerchen, das hier schon wohnt und es stellte sich raus, dass die Motorradfahrer und die Spanier sich kennen. So kam es, dass wir alle zusammen zum Essen ins Dorf gegangen sind.
Da die Spanier noch einige Spirituosen im Gepaeck hatten, wurde es spaeter im Gasthaus noch feuchtfroehlich... Dazu gesellte sich auch ein Italiener, der ebenfalls bei uns wohnte, dem zu spaeter Stunde seine Haare zu lang waren. Wie der Zufall es so will, hatte die Spanierin einen Rasierer und eine Scheere dabei. 20 Minuten spaeter sah Lorenzo aus wie ein gerupftes Huhn aber der war mittlerweile schon so blau, dass es ihm egal war.
 
 Lorenzo beim Haare schneiden (man achte auch auf sein Gesicht)
 
 

Da auch Jochen seine Haare ploetzlich zu lang fand, war er der Naechste. Vor dem „Schneiden“ meinte er noch sie koenne schneiden wie sie will, danach hiess es nur noch „Oh my God, I look like a fucking Nazi!“ und er befuerchtete  Aerger bei dem naechsten Skypetelefonat mit seiner Freundin... mit einigen Korrekturen machte die Spanierin noch das Beste draus aber zum Glueck wachsen Haare nach ;-)

 Auch hier sollte man auf das Gesicht von Lorenzo achten (unten im Bild), er hat definitiv ein Talent auf Fotos bescheuert zu schauen!
 

Gegen 3 Uhr waren wir im Bett und um 6 Uhr klingelte schon wieder unser Wecker, denn der Bus nach Dalat fuhr um 06:45 Uhr von der Hauptstrasse ab. Eigentlich wollte unser Gastgeber uns runter fahren aber es schien uns, dass er auf Grund der Lautstaerke der gestrigen Nacht nichtmehr fahren wuerde :-(
Also mussten wir laufen und das war, halb betrunken sehr, sehr anstrengend, da Julian sich nicht beherrschen konnte oder wollte. Da es mir (Julian) hundeehlend ging, war froh darueber, dass Jess und ich (vor allem ich) die hintere Sitzbank im Bus ganz fuer uns alleine hatten! Die Fahrt war die wohl Schlechteste, die wir je hatten und Jess wunderte sich wie ich daliegen konnte und kein Muks von mir gab, dann die Strasse war so schlecht, dass Jess oft von ihrem Sitz abhob! Sie meinte, dass eine Jeepfahrt durch dichten Dschungel nicht so holprig sein wuerde, wie diese Fahrt nach Dalat! Gegen Mittag waren wir endlich da und brauchten erstmal einen 3 stuendigen Mittags- und Ausnuechterungsschlaf. Da man hier richtig heiss Duschen konnte folgte einen lange Duschphase :-) ...
... und am Abend waren wir auf dem oertlichen Markt und sind etwas rumgelaufen.

 Einer von vielen Goldfischhaendlern
Am naechsten Tag wollten wir um den See laufen, einen Blumengarten besichtigen und mit einer alten Eisenbahn eine Fahrt machen...
Erstmal wollten wir uns in dem Supermarkt, in dem wir gestern Abend Getraenke gekauft haben, etwas Proviant kaufen. Als wir die Sachen an die Kasse stellten, nannte die Kasssiererin uns einen Preis, der nicht korrekt sein konnte, da wir gestern das Gleiche fuer 6.000 VND weniger gekauft haben. Wir gingen nochmal zurueck zum Regal, um uns das Preisschild anzuschauen und sagten der Kassierenin, dass es 6000 VND weniger kostet aber die bloede Kuh liess nicht mit sich reden. Wir kaufen nichts, da wir uns „etwas“ verarscht vorkamen (nicht weil es mehr kostet, das tut es woanders auch. Nein, weil wir als Touristen mehr bezahlen sollten als alle anderen obwohl der Preis dran steht!)
Etwas sauer und enttaeuscht sind wir zum See gelaufen und nach ca 45 Minuten waren wir an dem Blumengarten angekommen. Eintritt fuer Einheimische:  10.000 VND, fuer uns 20.000 VND. Soweit so gut nicht weiter schlimm,, dass man als Tourist mehr zahlt, zumindest stehts dran! Der Hammer war, dass alle Einheimischen vom Sicherheitspersonal durch den Ausgang rein durften und als wir das ebenfalls probierten, wurden wir auf den Eingang hingewiesen.
Tztz dann halt nicht, Blumen gibts bei uns auch. Somit also weiter zur alten Bahnstation.
Diese wurde wie soviel in Asien nicht besonders schoen restauriert aber wir entschlossen uns trotzdem eine „nostalgische“ Zugfahrt ins (laut Buch) 40 Mintuen entfernte Trai Mat zu machen. Da die alte Lock jedoch gegen eine dieselbetriebene Lock ausgetausch wurde, war die Fahrt nicht ganz so nostalgisch und dauerte auch nur 20 Minuten, schoen wars trotzdem (wenn auch mit $ 5 p.P. etwas teuer).

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Auf dem Rueckweg ins Gasthaus haben wir nich fuer morgen unser Busticket nach Nha Trang gebucht, wo wir endlich (wieder) tauchen werden :-)

Sonntag, 5. Februar 2012

Ho-Chi-Minh-City (ehemals Saigon)

Am Freitag sind wir frueh aufgestanden um nach Cu Chi zu fahren, wo eines der beruechtigten Tunnelsysteme ist, aus welchen der Vietcong (= vietnamesischer Kommunist) die US Truppen bekaempfte. Zuvor besuchten wir noch einenen Cau Dai Tempel. Die Cau Dai Religion ist eine Mischung aus Buddhismus, Hinduismus, Muslimen, Christen und weiteren kleinen Religionen, was sich auch im Architekturstil des Tempels erkennen laesst.

 
 
 
 
 

Danach sind wir zum Cu Chi Tunnel Museum gefahren. Da mich die Geschichte solcher Laender immer sehr interessiert, gibts erstmal eine "kleine" Geschichtsstunde fuer euch, wie es zum Vietnamkrieg (bzw. zu den Vietnamkriegen) kam und welche Rolle die USA dabei spielten.


Jess meinte ,dass das eh keine Sau interessiert. Ich finds wichtig. Hab's moeglichst kurz geschrieben aber wem es zu lang ist, der kann's auch gerne ueberspringen.


Die Franzosen eroberten bis 1887 ganz Vietnam, das sie mit Kambodscha und spaeter auch Laos zur Indochina-Union vereinten. Um die 1920er Jahre gruendete Ho Chi Minh die ertse kommunistische Jugendliga des Landes um 1930 alle antikolonialen Bewegungen zur kommunsitischen Partei Indochinas zu vereinigen, mit dem Ziel ein unabhaengiges, kommunistisches Vietnam zu schaffen. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht ging die Macht in Vietnam an Japan ueber, welche auf dem Papier einen unabhaengigen Staat unter der Fuehrung des alten Kaisers Bao Dai schafften. Ho Chi Minh kehrte aus seinem Exil zurueck nach Vietnam, wo er die Vietminh Organistaion gruendete, um die Unterstuetzung des Volkes zu bekommen. Nach der Ausbildung vieler Rekruten in Suedchina wurde die vietnamesische Befreiungsarmee gegruendet. Nachdem Japan am 14. August 1945 kapitulierte, entstand ein Machtvakuum, welches Ho Chi Minh ausnutzte, um einen nationalen Aufstand anzustiften und am 2. September 1945 rief er die demokratische Republik Vietnam aus. Das Potsdamer Abkommen, mit dem der 2. Weltkrieg offiziell zu Ende war, erkannte diesen Staat jedoch nicht an und beschloss, dass der Norden von China "kontrolliert" werden sollte und der Sueden von den Briten, die ihre Arbeit jedoch nicht gut machten und die Kontrolle wieder an Frankreich abgaben, womit die Franzosen wieder an der Macht waren. 

Die Chinesen, die sich im Norden befanden, motierten immer mehr zu einer Besatzungsmacht und zwangen Ho Chi Minh letzendlich ein Abkommen zu unterzeichnen, das ein begrenztes Kontingent an franzoesischen Soldaten im Norden vorsah. Im Gegenzug erkanten die Franzosen einen unabhaengigen Staat innerhalb der geplanten franzoesischen Union an. Es kam zum ersten Indochina Krieg. 

Der Wendepunkt kam erst als in China und Russland ebenfalls kommunistische Parteien an die Macht kamen und Nordvietnam als Staat anerkannten und ihn mit finanzieller und militaerischer Hilfe unterstuetzten.
Weil die Regierung im Sueden unter Bao Dais nun als "letzte Bastion der freien Welt" da stand, fuehlten sich die USA auf den Plan gerufen und unterstuetzten Frankreich mir ueber 3 Milliarden US$ Militaerhilfe.
Da die Franzosen langsam aber sicher kriegsmuede wurden, wollten diese Friedensgespraeche fuehren und haben letztenendes am 7. Mai  1954 kapituliert. Das Land sollte um den 17. Breitengrad geteilt werden und es kam in Genf zu Verhandlungen, die unter anderem einen Waffenstillstand, freie Wahlen sowie eine entmilitaerisierte Pufferzone vorsahen. Gescheitert ist es an dem Kaiser Bao Dai und den USA, weil sie fuerchteten, dass sich das Land zu einem kommunistischen Staat wiedervereinigen koennte. 

Im Sueden ernannte sich Boa Dai zum Praesidenten und den antikommunistischen Ngo Dinh Diem zum Premierminister. Dieser beseitigte Bao Dai recht schnell aus der Befehlskette, erklaerte sich zum Praesidenten und begann seine Gegner auszuschalten. Vor allem Anhaenger der Hoa Hao und der Cao Dai Religionen, sowie die ehemaligen Vietminh Befuerworter. Insgesamt geschaetze 50.000 Menschen bezahlten das mir ihrem Leben. In Norden machte sich Ho Chi Minh an den Aufbau des zerstoerten Landes. 

1960 wurde die allgemeine Wehrpflicht eingefuehrt und kurze Zeit spaeter marschierten die ersten Soldaten ueber den Ho Chi Minh Pfand, welcher zum groessten Teil durch Laos und Kambodscha fuehrte, in Richtung Suedvietnam. In Hanoi wurde gleichzeitig die nationale Befreiungsfront gegruendet, welche alle oppositionellen Bewegungen des Suedens vereinte. Der suedvietnamesische Praesident Diem gab ihnen den Namen Vietcong (vietnamesischer Kommunist), obwohl diese zum grossen Teil nicht aus kommunistischen Mitgliedern bestanden, sondern lediglich aus Menschen, die gegen das Diem Regime und fuer ein freies Vietnam waren.

1955 begannen die USA mit finazieller Hilfe fuer das Diem Regime, da sie befuerchteten das, wenn der Sueden Vietnams auch kommunistisch wird, es einen Dominoeffekt geben koennte und ganz Sued-Ostasien dem Kommunismus verfallen koennte. Diems Regime ging jedoch immer brutaler mit der eigenen Bevoelkerung um und nachdem die Armee mehrere unschuldige buddhistische Glauebige bei Feierlichkeiten erschossen hatte, kam es zu einem Aufstand, der mit der Selbstverbrennung des Moenches Thich Quang einen schrecklichen Hoehepunkt fand. Die USA arrangierten daraufhin stillschweigend einen Staatsstreich, wobei Diem erschossen wurde.

Im August 1964 wurden zwei Kriegsschiffe der US Navy , angeblich grundlos angegriffen, woraufhin die USA 64 Bombenangriffe auf Marinestuetzpunkte des Norden flog. Der US-Senat bewilligte eine Stationierung regulaerer Truppen in Vietnam um weitere Angriffe zu vermeiden.

1965 begann die Operation Rolling Thunder. Ein dreieinhalb Jahre andauernder Feldzug mit Flaechenbombadements, bei denen die doppelte Tonnage (ca. 800 Tonnen) an Bomben abgeworfen wurde als an allen Kriegsschauplaetzen des gesamten 2. Weltkrieges zusammen!

Bis 1967 machten sich jaehrlich ueber 100.000 Soldaten auf den Weg, ueber den Ho Chi Minh Pfad von Nordvietnam, in den Sueden.  Die Zahl der 200.000 US Soladten stockte die US Regierung bis zum Winter 1967 auf fast 500.000 Mann auf, deren Aufgabe es war das Hochland in Schach zu halten und die Vietcong Hochburgen im Sueden auszuschalten, wobei mehrere schreckliche Kriegsverbrechen stattfanden.

Die USA setzten nicht nur Gewehre, Panzer, Bomber und Co ein, sondern auch Unmengen an Chemikalien.

Die meistverwendete Chemikalie war das Entlaubungsmittel CAS 39277-47-9, welches unter dem Namen "Agent Orange" bekannt ist. Von Agent Orange II wurden ab 1968 ca 50.000.000 Liter versprueht!

Am 21. Januar 1968 belagerten 40.000 Nordvietnamesen eine amerikanische Militaerbasis bei Khe Sanh nahe der laotischen Grenze. Die USA reagierten mir Flaechenbombadements, wobei ueber 10.000 Menschen zu tode kamen. Dies war aber nur eine Ablenkung des Nordens, der wenig spaeter die Tet-Offensive startete. Am 31. Januar verletzte eine vereinigte Streitmacht von rund 70.000 Kommunisten einen verhandelten Waffenstillstand, um in allen suedvietnamesischen Staedten eine Revolution zu entfesseln. Die Verluste des Vietcongs waren so hoch, dass er sich davon nie wieder erholte. In den USA wurde die Offensive als Erfolg verzeichnet und der Angriff auf die US Botschaft in Saigon bewirkte eine totale Veraenderung. Am 31. Maerz verkuendigte Praesident Johnson, dass die Bombadements bis auf ganz wenige Missionen eingestellt wuerden und einige Monate spaeter kam es zu Friedensgespraechen.

1969 verfolgte die USA eine "Vietnamesierung" des Krieges. 1970 befanden sich nur noch 280.000 GI's in Vietnam, wobei die suedvietnamesische Armee auf ueber 1 Million anstieg. Am 27. Januar 1973 vereinbarten der Sueden, der Norden und die USA  in Paris den Abzug aller US Truppen. Gleichzeitig durften der Norden und der Sueden ihre Stellungen behalten, wodurch es kurz nachdem die USA weg waren, wieder zur Eskalationen kam. Am 30 April war Saigon komplett vom Norden erobert worden.

Von den 3,3 Millionen GI's die von 1965 bis 1973 in Vietnam waren, kamen mehr als 57.600 ums Leben und ueber 150.000 erlitten schwerste Verletzungen. Die suedvietnamesische Armee beklagte 250.000 Mann und Hanoi meldete den Tod von ueber 2 Millionen Zivilisten, sowie einer Million Soldaten. Wieviele Menschen bis heute durch Agent Orange bzw. dessen Nachwirkungen geschaedigt sind ist nicht bekannt.

1976 schlug die offizielle Geburtsstunde der sozialistischen Republik Vietnam.

Quellen: Stefan Loose Verlag, Wikipedia und diverse andere Internetseiten
_____________

So nun aber zurueck zu unserem Ausflug zu den Cu Chi Tunneln. Das Tunnelsystem rund um den Ort Cu Chi war waehrend des Krieges eine der Hochburgen der Vietcong und wurde nach der touristischen Eroeffnung des Landes „wieder entdeckt“ und so restauriert, dass man es Freilichtmuseum nennen kann.
Als erstes ging es zu einem der Eingaenge in das Tunnelsystem. Der Eingang war ein 25 cm x 35 cm grosser Einstieg, welcher durch Blaetter und Aeste gut getarnt war.


Wenn Amerikaner in der Gegend waren, guckten die Vietcongs aus den Loechern, gaben ein paar Schuesse ab und verschwanden wieder. Im dichten Jungel ein fast unauffindbarer Eingang; weshalb die USA die Unmengen an Agent Orange einsetzten, um sie leichter zu entdecken. Vorbei an diversen groesseren Stellungen, erklaerte uns der Guide, wie der Vietcong gekaempft hat und wie sie sich (sehr erfolgreich) vor der Aufspuerung und Ausloeschung schuetzten. Zur Taeuschung der Hunde wurden beispielsweise die Uniformen von  US Soldaten (die vietnam. Frauen, waren fuer das Waschen der US Uniformen zustaendig) in die Tunneleingaenge gelegt, so dass die Hunde irritiert waren und den Feind nicht riechen konnten. Gegen Wasser und Gas waren alle 10 bis 15 Meter kleine Tueren eingebaut.
In einer kleinen Huette wurde gezeigt, wie sie aus den Blindgaengern ihre eigenen Mienen und Sprengfallen bauten und etwas weiter war eine Ansammlung von Fallennachbauten, die der Vietcong baute. Ein Loch mit Aesten und Laub abgedeckt, in dem lange Stacheln steckten war die einfachste Falle und der Vietcong war sehr kreativ.

 
 
 

Dann gings zu einem Schiessstand, wo man fuer $ 1,5 pro Patrone eine Kalaschnikow,  ein M16 oder sogar  das grosse Maschinengewehr M60 abfeuern durfte. Jess wollte nicht, ich kannte des ja schon vom Bund und letztenendens war es auch nur einer von 16 Leuten, der das Angebot wahr nahm. Dafuer mussten wir alle warten und uns als Strafte das wir kein Geld einbrachten, wurden wir von Muecken aufgefressen :-(
30 Minuten spaeter gings zu einem Tunnelabschnitt, in den man rein darf. Da die meisten westlichen nicht so klein und duenn sind wie die Asiaten, wurde dieser Abschnitt „etwas“ vergroessert. Der vergroesserte Tunnelabschnitt war so gross, dass er eigentlich nichts mehr mit dem originalen Tunnel zu tun hat und somit war es auch nicht sehr autentisch.
 
 
 
 
 
 

Bomben und Granaten, aus denen der Vietcong seine eigenen Mienen und Sprengfallen baute


Spass gemacht hats trotzdem und danach gabs noch Tapiokawurzel, die der Vietcong wohl sehr oft gegessen hat, wenn er Untertage war. Zum Schluss haben wir einen total unabhaengigen Film ueber den grandiosen Sieg der Vietcong gesehen, ueber den wir alle etwas schmunzelten aber ok das gehoert wohl auch zu Kommunismus ;-)

Am naechsten Morgen waren wir im „War Museum“ in Ho-Chi-Minh-City (Saigon).
Im Vorhof steht ein Sammelsurium der Amerikanischen Kriegsmaschinerie. Panzer, fahrbare Flammenwerfer, die bis zu 137 Meter weit “schiessen“ konnten, Boote und sogar Helikopter und Flugzeuge waren hier ausgestellt, sowie eine Menge an Bomben und Raketen.

 
 
 
 
 Ja, auch das Riesending ganz rechts ist eine Bombe!
 

Im Erdgeschoss war eine Ausstellung mit Bildern und Schriftstuecken der internationalen Antikriegsbewegungen.


Im zweiten Obergeschoss wurde es heftiger. Hier gab es eine Ausstellung, die den im Krieg von den USA eingesetzten Chemikalien gewittmet war und die bis heute bestehenden Folgen. Wie oben schon beschrieben, verspruehten die USA ueber 100 Millionen Liter der Entlaubungschemikalie Agent Orange I und II, um die Stellungen des Vietcong im dichten Dschungel sichtbar zu machen.

Die vernichtende Wirkung von Agent Orange (nicht etwa von Bomben)

 Vorher          und        Nachher

Jedoch nicht nur die Baeume und Pflanzen sterben schnell ab, denn auch die Menschen, die damit in Kontakt kommen, werden durch die hochgiftige Chemikalie fuer immer geschaedigt, da Agent Orange die DNA schaedigt. Somit haengen in dieser Ausstellung sehr viele Bilder von Menschen und Kindern (Vietnamesen und Amerikaner), die mit schwersten Behinderungen zur Welt kamen, bis heute wohlgemerkt! Uns wurde erstrecht anders, da uns klar wurde, dass der behinderte Sohn unsere Gastfamilie,der uns immer so nett anlaechelte und winkte, wohl auch ein Opfer dieses Krieges war, obwohl er Jahrzente spaeter geboren wurde.

 
Gegenueber war eine Ausstellung der verwendeten Waffen beider Seiten, sowie mehrere Mienen und Sprengfallen. 
 
 

Im dritten Stockwerk war eine Ausstellung mit Bildern von internationalen Kriegsberichterstattern und viele Tafeln mit verschiedenen Statistiken.

 
 
 
 
 

Alles in allem ein sehr interessantes Museum aber auch hier stoert der uebertriebene Patriotismus, welcher auch gerne von den eigenen Fehlern absieht und sich als korrekt und perfekt darstellt.